Fotografie und kreative Projekte richtig kalkulieren
Der Termin vor Ort ist oft nur der sichtbare Teil eines kreativen Auftrags. Auswahl, Nachbearbeitung, Korrekturen und Archivierung bestimmen mit, ob ein Paketpreis zu deiner tatsächlichen Arbeitszeit passt.
Aufnahmezeit und gesamte Projektzeit unterscheiden
Für ein Shooting gehören Briefing, Vorbereitung, Anfahrt, Aufbau, Aufnahme, Auswahl und Nachbearbeitung in dieselbe Zeitkalkulation. Bei Gestaltungsaufträgen erfüllen Recherche, Entwürfe, Abstimmung und Reinzeichnung dieselbe Funktion. Erstelle eine kurze Liste der Arbeitsschritte und addiere die Stunden. Ein Paketpreis geteilt durch die reine Terminzeit überschätzt den effektiven Stundenwert. Der Angebotscheck verwendet deshalb den gesamten eigenen Zeitaufwand, den du für diesen Auftrag einträgst.
Technik und Archiv sind laufende Aufgaben
Kamera, Computer, Speicher und Datensicherung benötigen nicht nur eine Anfangsinvestition. Wartung, Software, Archivspeicher und spätere Ersatzanschaffungen gehören ebenfalls in deine Planung. Trenne einmalige Auszahlungen von laufenden Kosten und nicht zahlungswirksamer Abschreibung. Ein bereits vorhandenes Gerät kostet beim Start möglicherweise kein neues Geld, kann aber später ersetzt werden müssen. Der Rechner leitet solche Ersatztermine nicht selbst ab; du bestimmst die Kosten- und Pufferannahmen.
Fremdleistungen dem richtigen Auftrag zuordnen
Studioanmietung, Assistenz, Visagistik, Druck und besondere Requisiten lassen sich als direkte Projektkosten erfassen. Allgemeine Studiomiete oder dauerhaft genutzte Software sind dagegen eher Teil deiner Fixkosten. Vergleiche Aufträge anhand derselben Zuordnung, damit ihre Ergebnisse aussagekräftig bleiben. Nutzungsrechte und Leistungsumfang beeinflussen den Preis ebenfalls. Der Rechner kalkuliert wirtschaftliche Beträge, bestimmt aber weder angemessene Lizenzbedingungen noch den rechtlichen Umfang übertragener Rechte.
Korrekturschleifen verändern die Kalkulation
Ein zunächst rentabel wirkender Auftrag kann durch zusätzliche Bearbeitung deutlich an Stundenwert verlieren. Teste deshalb neben deinem geplanten Aufwand einen Fall mit weiteren Korrekturen oder zusätzlicher Nachbearbeitung. Für die Jahresplanung brauchst du außerdem Zeit für Portfolio, Akquise und Weiterentwicklung. Eine volle Kalenderwoche bedeutet nicht automatisch eine volle abrechenbare Woche. Nutze eine realistische Auslastung und prüfe, ob saisonale Auftragsschwankungen einen zusätzlichen Liquiditätspuffer erfordern.
Häufige Fragen
Wie berechne ich einen Preis für ein Shootingpaket?
Trage den Paketpreis als Angebotspreis ein und erfasse den gesamten Aufwand einschließlich Auswahl und Nachbearbeitung. Ergänze direkt zugehörige Kosten wie Studio oder Assistenz.
Ist eine mögliche Künstlersozialversicherung enthalten?
Eine automatische Prüfung ist nicht enthalten. Trage deine tatsächlichen beziehungsweise erwarteten Beiträge als eigene Angaben ein.
Die Beispiele verwenden das offen beschriebene Planungsmodell 2026. Ausgaben und Preise sind eigene Beispielannahmen.
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